Inferno Yacht Club

Da läuft stets einiges schief rund um den Inferno Yacht Club, aber keine Bange, das ist in der Natur der Dinge so angelegt. Das Schieflaufen, und der Inferno Yacht Club lädt alle dazu ein, die Fakten endlich anzuerkennen, ist des Pudels Kern unserer irdischen Unruhe und ist deshalb auch thematischer Dreh & Angelpunkt ihrer künstlerisch verwegenen Unternehmung.

Inferno Yacht Club - mit Gregor Luzius, Erik Todi und Fjodor R. Petuschki

Gregor Luzius, Erik Todi (vormals Igor Igorowitsch) und Fjodor R. Petuschki vom Inferno Yacht Club vorzustellen ist insofern unnötig, da einerseits die Aktenlage eindeutig und andererseits in ihnen nicht viel anderes rumort als in jedem von uns. Das ist eine fatalistische Neigung zu purem Blödsinn, gepaart mit hellem Wahnsinn und einem hemmungslosen Drang, dieses unerfreuliche Gebräu als kulturelle Glanzleistung einem möglichst zahlreichen Publikum vorzujubeln.

Insgeheim zielt der Inferno Yacht Club wahrscheinlich nur darauf ab Gleichgesinnte anzulocken, um im Yachtumdrehen als eine Sekte aufzutreten. Achtung, Achtung: wir dürfen also unbesorgt beunruhigt sein. Wer das nun noch nicht ist, möchte ich mit der Erwähnung des Bandnamens The Cotton Mafia auf die Sprünge helfen. Ihr Anteil innerhalb dieses fiesen Ablegers ist hochprozentig. Genauso auch das Toxische ihrer vermeintlich harmlosen Lieder und der darin verkappten Botschaften.

Die Inferno Yacht Club Liedtexte sind in der Tat bedenklich: Sie fühlen sich unsterblich und singen deshalb vom Tod, üben in der Badeanstalt ihren Untergang oder bumsen im Vollrausch Meerschweinchen. Letzteres rief prompt den Aussersihler Chüngelizüchterverein auf den Plan und ein letzthin aufgegleister Auftritt der Band in Zürich wurde schliesslich von Amtes wegen her total vermeersaut.

Nichtsdestotrotz sind die drei Inferno Yacht Club-Mitglieder alleweil frohen Mutes und blätterten gerne ein paar Milliarden hin, um ihr Raumschiff aufzutanken und ganz gross durchzustarten. Doch die Wege in ein passables Inferno sind weit und unergründlich, die Sehnsucht gross und auch die Mietpreise für schwarze Löcher seien im Steigen begriffen. So schliesst sich der Kreis um unsere schlechteste aller Welten in der wir unsere schöne Zeit verblöden.

Dank dem Inferno Yacht Club, ihrer liebenswert abgründigen Satire plus der Summe unseres begeisterten Totlachens, werden wir nun aber in Bälde einen endgültig unsterblichen Schlussstrich ziehen, unseren schnöden Planeten samt Pudel und Kern auf eine schiefe Bahn bringen und abschmieren lassen. Und Tschüss.

Inferno Yacht Club - mit Gregor Luzius, Erik Todi und Fjodor R. Petuschki

Es bedankt sich im Voraus für diesen, aus meiner Warte gesehen absolut wünschenswerten Freundschaftsdienst, Euer D.T.Koller

Service Public: Inferno Yacht Club bei Instagram / bei Facebook / The Cotton Mafia Webseite / The Cotton Mafia bei Vitaltransformer / Gregor Luzius bei Bandcamp

Service Public 2: Inferno Yacht Club Live – 5. Mai, Pusterum Bern

Service Public 3: themenspezifische Literatur: Fernando Pessoa – Das Buch der Unruhe, Wenedikt Wassiljewitsch Jerofejew – Die Reise nach Petuschki, Fjodor Michailowitsch Dostojewski – Aufzeichnungen aus einem Totenhaus

D.T.Kollers Fussnote: Die Inferno Yacht Club Performance sollte unbedingt knalliger, knackiger, kompakter, sprich zwingender daherkommen. Dieses behäbige Dahinrumpeln im Schrottmobil bringt weder bessere Knastbedingungen und wohl auch eher nur wenig Zuwachs an neuen Sektenmitgliedern.

Es gilt tunlichst zu vermeiden, als ein lendenschwächelnder Abkömmling starker Vorgängerbands, wertvolle Endzeit zu verplempern. Versteht mich nicht falsch, das Songmaterial ist absolut ok, es ist die Verpackung die schwächelt. Zusätzlich empfehle ich dringend, für diese Unternehmung ein starkes Propagandapaket zu schnüren, um diese – Das braucht doch niemand Hürde – zu überwinden.

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