Es wäre unserem designierten Langzeitpatienten Pierroz fast lieber, es gäbe ihn entweder gar nicht oder dann gleich in mindestens doppelter Ausführung.
Es wäre unserem designierten Langzeitpatienten Pierroz fast lieber, es gäbe ihn entweder gar nicht oder dann gleich in mindestens doppelter Ausführung.
Künstler Zanré, berüchtigt durch seine Recycling Pop Brut Art, lässt an der Schlussveranstaltung vom Kunstsanatorium16b ein paar Sequenzen aus seinem neulich verfassten Roman-manuskript lesen. Das ist eine Überraschung. Deshalb bat ich Ihn um ein Interview.
Ich muss noch vorausschicken, dass ich von Zanré’s Manuskript weder eine Zeile gelesen noch gesehen habe. Ich stelle also meine Fragen zu seiner, im Werkstattmodus befindlichen Arbeit, sozusagen in den Wind.
…Hier nun unser Dialog:
– Was war der Auslöser für diese schriftstellerische Arbeit?
Der lang gehegte Wunsch einen Roman zu verfassen. Mehr noch als ein Wunsch war es ein Zwang der mich hartnäckig verfolgte. Als Künstler lebe ich ja von meinen Neurosen.
– Erzähle uns kurz die Geschichte um den legendären ersten Satz.
Bild und Lyrik: Fjodor R. Petuschki
„Härz ar Rippe“
I ha mis Härz an ä Rippe bunde
Und glych hani’s zum Zmorge erbroche
Jytz füeri mi Härz wie nä Hund spaziere
Und I knurre lut, we’s ar Leine zerrt
D’Altstadt isch usgstorbe am Sunntigmorge
ä heisse Wind wäit Kulisse um
Uf em Trottoir, da lige Schärbe
I trinke zerbrocheni Fläsche us
Anna & Stoffner (duo) im Kunstsanatorium 16b
Text: Hansueli Homberger
Erst seit ein paar Tagen zurück aus Afrika, vollbeschäftigt mit Anpassungsleistungen an die Realität Januar Schweiz, kam der Abend im Kunstsanatorium wie gerufen. Flo Stoffner, im karierten Hemd, mit seiner halbakustischen Gitarre macht einen schönen Kontrast zu Anna Frey, elegant, hochgestecktes Haar, Blazer. Der Funke springt schnell. Wohl vor allem wegen Annas Texten. Sie benutzt gerne die Ich-Form…
Susann Klossek und Benedikt Maria Kramer haben kürzlich unter dem Titel „Der Mann im gelben Kleid“ ein freches Stück Literatur in Form eines lyrischen Dialogs veröffentlicht. Wir waren nun unsererseits frech genug, ihnen per Mail zu ihrer Schreibe ein paar Fragen zu stellen. Sie haben unabhängig voneinander uns ihre Antworten zugesandt.
Vitaltransformer: In Eurer Schreibe kommt viel Widerwillen zum Ausdruck: Wogegen kämpft Ihr an und wofür setzt Ihr Euch ein?
Susann Klossek: Gegen die Dummheit.
Benedikt Maria Kramer: Ist das politisch gemeint? Aber ja, ich hab zu kämpfen. Nicht unbedingt mit gesellschaftlichen Normen und Mustern, dafür umso mehr mit mir selbst. Also Kramer gegen Kramer. Ha! Vielleicht sind es Dämonen oder nur Selbstmitleid, wer weiß. Die Hoffnung: Wer gegen sich selbst kämpft, kann mit sich auch wieder Frieden schließen.
VT: Ihr habt da einen nicht geringen Anteil an Eros, Sex und Porno in Eurer Lyrik…