Unser Nationalgoldavien erfreut in vielerlei Hinsicht kostbar und schön. Die schleichende Zersimpelung könnte schönfältiger nicht umgesetzt werden. Immer wieder bringen die richtigen Leute den simplen Dreh fürs wichtige Problem aufs Tapet. Mit Vorliebe wird „das Volk“ in den richtigen Mund genommen und sozusagen tausendfach wiedergekaut. Die Kostbarkeit Nationalgoldaviens scheint nicht zuletzt vom Beisstrag der richtigen Leute an die schleichende Zersimpelung zu leben.
Das alte Goldavia ist an der eingebrockten Versorgungsnot krepiert. Gefangen im gewaltigen Schuldenkrater der Staatsfinanzen brachte es der Landesherr endlich übers Herz, seine ruhmbetuchte Bonzensammlung zu veräussern, musste jedoch restlos entgeistert zur Kenntnis nehmen: Niemand will meine Reichen kaufen! Der marode Hof musste die Sammlung weiter durchfüttern bis zum letzten Rattenragout. Alsdann machte sich die Sammlung über den Sammler her.
Heute versammelt das Land mehr Wohlstand als zu wünschen übrig lässt.
Das moderne Nationalgoldavien geht gut und gern mit viel Liebe durch den Magen. Landauf – und ab, wo fleischig fett Gebirge sich erheben, schwärmen fleissige Wurstengelscharen, der Ei-tag ist ein Frei-tag, die Leute machen Erfolgsröschti und die Wohnkosaken im Hummerstreik – wehe wenn sie losgelassen – Osterhasenmassaker, Abendmahl ratzekahl!
Sag einfach yes zum täglich Brot