Den Nu-Jazz erlebt man hierzulande leider selten als Spielform der aktuellen Musikkultur. Schade eigentlich, weil dieser Stil dem Hörer viele vergnüglich kreativ anregende Reize zu bieten hat. Eigentlich ein idealer Clubsound, tanzbar auch – und nicht übermässig durch eine sich aufdrängende Intellektualität verseucht. Denken, wie unlängst bewiesen…
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worthülsen luftlettern dreck
du bist nie etwas anderes als ein gespenst gewesen
traum
gewundene wunschmaschine
du bist über den abgrund getaumelt
hast dich mit dem rücken zur kluft gestellt
blind und stumpf –
Cyrilov
Wenn ich mich durch den Schlamm und Mist kämpfe, verstecke ich den Zorn unter dem Mantel,
die Laterne schwingt im Luftzug.
Im Dunkel lauern wilde Katzen, schon bald kommt der erste Schnee, das Selbstvertrauen schwindet.
Sind das Teufel oder Ziegen, oder sogar Heidengötter, ungreifbare Erscheinungen.
Ich staple die Hölzer, eine Barrikade gegen die Wildnis, ich verschliesse mich in einer Festung.
Poesie, frei improvisiert
Anna & Stoffner (duo) im Kunstsanatorium 16b
Text: Hansueli Homberger
Erst seit ein paar Tagen zurück aus Afrika, vollbeschäftigt mit Anpassungsleistungen an die Realität Januar Schweiz, kam der Abend im Kunstsanatorium wie gerufen. Flo Stoffner, im karierten Hemd, mit seiner halbakustischen Gitarre macht einen schönen Kontrast zu Anna Frey, elegant, hochgestecktes Haar, Blazer. Der Funke springt schnell. Wohl vor allem wegen Annas Texten. Sie benutzt gerne die Ich-Form…
Anna Frey, »FRÄSSI«
Mir sind alli so besässe, vo eusre eigne Frässe.
Und debii ischs immer di gliich, ja di gliich,
si langwiilt und si luegt e so erstuunt, will sie erchännt eus nie.
Dummi Chueh! Chönntsch der ruhig mal merke, wer dich jede Morge aluegt!
Ich, ich, ohni mich, würs dich gar nöd geh.
Doch mini Frässi interessiert das nöd. Sie luegt nur e chli verstört.