Archiv ‘Bilder’ Kategorie

ARS am Rheinfall / Beatrix Schären, eine alte Frau zeigt, wo’s langgeht.

Was: Kunstausstellung. Wo: am Rheinfall. Wetter: nasskalt. Ausstellungsräume: mehrheitlich in Abruchliegenschaften. Art der Kunstobjekte: überwiegend in Bildform. Menge: viele. Farben: bunt. Tendenzen: ?, Ausstellungskonzept:?, digital/medialer Auftritt /Dokumentation: mässig. Qualität der gezeigten Werke: durchzogen

Der Lichtblick: zwei Kohlezeichnungen und eine Installation von Beatrix Schären.

Beatrix Schären (Jrg. 1940), die alte Frau, sie zeigt wie man in verlebten und geschundenen Räumen Kunst vermittelt.
Die eine der zwei gezeigten grossformatigen Kohlezeichnungen zeigt eine Gruppe von Flüchtlingen die eng aneinanderliegend, sich fast zu einem Haufen verwischend, am Boden liegend in Decken gehüllt, sich dem Betrachter entgegenstellen. Mit harten, schmerzenden Kohlestrichen ist die Not und das Ausgesetztsein dieser Menschen stark zum Ausdruck gebracht.

Beatrix Schaeren/Installation 2015/Teilansicht

Beatrix Schaeren/Installation 2015/Teilansicht

Die Installation: In einem kleinen gewölbeartigen Schutzraum um die Ecke, hinterlässt sie Spuren einer Flucht… lies weiter…

Vandalenakt an der Grafik 15

An der Exposition Grafik 15, die in der Maaghalle in Zürich stattfand, haben gestern Sonntag ein paar Vandalen ihr eigenes Objekt mit Messer und Farbe atackierend zerstört und anschliessend ihr Werk, und die ganze Graffiti – Streetart per Grabrede für tot erklärt. (Death and Resurrection of Style Writing)

DEATH AND RESURRECTION OF STYLE WRITING

„Das habe saumässig Spass gemacht“ erzählte mir Pierroz, der von einem der Aktivisten (Gen Atem) eingeladen worden war, während der Performance mit seinem Bass grossen Lärm zu machen. Pierroz alias Paradox Six konnte oder wollte keine Auskunft geben, wer da sonst noch involviert gewesen sei. War es eventuell die „Altmeister-Crew“?
Er habe beobachtet, dass von den sterblichen Überresten des Objektes Proben gesammelt und aus der Ausstellung heraus, weggetragen worden seien.
„Da kommt noch was…und „die Toten leben schliesslich am dauerhaftesten“ meinte er abschliessend.

Wir werden berichten, sobald die ersten wiederauferstandenen Untoten dieser Art zu nächtlicher Stunde die Stadt verunsichern.

„Apfelblüten“ oder „In der Nacht alleine am Küchentisch sitzend“

blüten der nacht

frakturen, bruchstücke, zersplitterndes erinnern, in den frühling verwelkt, vom blütenstaub blind und taub, im trockenen mund die worte formlos schluckend, dann wieder erbrechend, aus mir blutend, alleine, so verflucht alleine mit diesem sehnen und suchen, das schmuckstück an der brust zärtlich küssend, die tränen die nicht wissen wohin sie fliessen sollen, weil alles gut ist und doch schmerzt, gesund ist und doch weh tut, die zeit die sinnlos gefriert, das essen, das nur das trennende nährt, dieser mich in die knie zwingende, unsägliche verlust.

Lebensfarbe

GEN-ATEM-Tenzin-GyatsoDalai-Lama-feat

mit schwung, farbe aus flachen schalen auf grosse, an die wand geheftete reproduktionen von portraits zu schmeissen, ist nicht gerade jedermanns sache. schon gar nicht wenn es sich um portraits von bekannten und in der welt mit grosser hochachtung verehrten persönlichkeiten handelt.
der dalai lama hier, lächelt hinter den farbgüssen unbehindert weiter, fast so als hätte ihm die kreative dusche spass gemacht.

gen atem kippt mit schwung und der weisheit des reifen künstlers seine farben in diese antlitze und stellt uns so die frage nach der identität des menschen. ob diese heute noch bestand hat, wenn ja, wie wir damit umzugehen gedenken und wenn nicht, ob uns ohne Identität ein lebenswerter Rest an Substanz erhalten bleibt.

…aber ich möchte euch, geschätzte betrachter und leser bei dieser denkarbeit nicht weiter stören.

gen atem und die werke einiger anderer graffiti-künstler, sind in der kolly gallery in zürich zurzeit ausgestellt.

Altpapier

frau mit kaffeemaschine
wir haben da noch einen ganzen karton voll mit materialien, die wir für den video „am schluss“ produziert haben. das sind collagen, gerissen, meist nur aus zwei bildquellen zusammengefügt und von der rückseite her mit wenigen klebstreifen fixiert. im sonnenschein fotografiert, werden die schattenwürfe an den gerissenen kanten sichtbar und stärken so die konturen.

ps: die originale sind mit dem altpapier entsorgt worden, aber die fotos sind noch da.