Kunstsanatorium 16b

Der Mann im gelben Kleid

© Roman Maeder // Der Mann im gelben Kleid

Susann Klossek und Benedikt Maria Kramer haben kürzlich unter dem Titel “Der Mann im gelben Kleid” ein freches Stück Literatur in Form eines lyrischen Dialogs veröffentlicht. Wir waren nun unsererseits frech genug, ihnen per Mail zu ihrer Schreibe ein paar Fragen zu stellen. Sie haben unabhängig voneinander uns ihre Antworten zugesandt.

 

Vitaltransformer: In Eurer Schreibe kommt viel Widerwillen zum Ausdruck: Wogegen kämpft Ihr an und wofür setzt Ihr Euch ein?

Susann Klossek: Gegen die Dummheit.

Benedikt Maria Kramer: Ist das politisch gemeint? Aber ja, ich hab zu kämpfen. Nicht unbedingt mit gesellschaftlichen Normen und Mustern, dafür umso mehr mit mir selbst. Also Kramer gegen Kramer. Ha! Vielleicht sind es Dämonen oder nur Selbstmitleid, wer weiß. Die Hoffnung: Wer gegen sich selbst kämpft, kann mit sich auch wieder Frieden schließen.

VT: Ihr habt da einen nicht geringen Anteil an Eros, Sex und Porno in Eurer Lyrik…

Tipp des Tages 12

Hoi Pierroz wie geht es Dir ? – lass Dir Zeit

Drecksack: Lesbare Zeitschrift für Literatur

…mein lieber Freund, wie soll ich nur?

Loslassen, Loslassen, alles was mir anhaftet, an was ich mich klammere, so mühselig, mühselig. Die Frau, die ich zu lieben meine, nach der ich mich sehne, warte, warte und jene Andere, wo ich nicht recht weiss, immer wissen, wissen. Sehnsüchte so stark und Schwäche zugleich. Viel, viel, loslassen, loslassen und schlafen, schlafen.
In dem ganzen Wirrwarr…

Jede Silbe ist Ausdruck prallen Lebens

Klossek/Kramer: Der Mann im gelben Kleid: Freiraum VerlagKopfüber hing die dralle Venus…..

Mit einer atemberaubenden Sinnlichkeit und diesem beinah zeitgleich im Rückspiegel reflektiv abgeklärten Blick, eröffnen Susann Klossek und Benedikt Maria Kramer den lyrischen Dialog ihrer gemeinsam verfassten Dichtung: “Der Mann im gelben Kleid”.

Bis weit über die Hüften waten wir Leser in der Ursuppe menschlicher Gefühlsmomente, Irrungen und Wirrungen. Sehr treffend werden die kommenden Lesungen von Klossek und Kramer, als “Performance der Befindlichkeiten” angekündigt.
Diese Befindlichkeiten regnen…

Anna & Stoffner, Falsch, Frässi, Du und Ich

anna & stoffner © vitaltransformerAnna & Soffner und Küenzi taufen ihr Album “Falsch” im Helsinkiklub // Nov. 2016

Sowas habe ich noch nie erlebt, dass ein Konzertpublikum zwischen Unterhaltung und Kunst wählen durfte und was mich dann noch mehr verblüfft hat: Das Publikum wollte Kunst!
Was die Band dann spielte war kurz zusammengefasst: Einfach wirklich grosse Klasse.

Die Band hat im Vergleich zu ihren letzten Auftritten noch einmal einen Gang höher geschaltet, spielt noch energetischer und kompakter, in Verbindung mit einer verblüffenden Leichte und kristallklarer Transparenz. Mit einer ungemeinen Frische und Authentizität legten sie los, es war ein lustvolles Liebesspiel musikalischer Synergien, ehrlich gesagt, die reinste Freude.
Sehr locker, gutgelaunt…

Deformance @ Kettenreaktion ArtCampus 2016

Pierroz @ Kettenreaktion ArtCampus 2016 © Pedro MeierPierroz‘ Beitrag für die Satirische Lesung und Performance: “Wir möchten sie doch sehr bitten die gleichen Fehler nicht zu wiederholen” vom 14. Oktober 2016

Attisholz, Zweiter September Neunzehnhundertsechsundsiebzig (W.Hüsler)

Der amerikanische Reismehlkäfer wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit vor cirka 15 – 20 Jahren mit einer Retournahme von über 14 Monate alter Hefe aus der Mühle Niederbipp in unseren Hefebetrieb eingeschleppt. Hr. Trösch (Hefefabrik) erinnert sich noch daran, dass die wegen Ungezieferbefall beanstandeten Hefesäcke äusserlich voll Mühlestaub waren. In den Verschlussfalten dieser Säcke wurden die Reismehlkäfer und Mehlwürmer entdeckt. Die Hefe war im Inneren des Sackes noch einwandfrei und ohne jeden Befall.
Wenn ich mir nun vorstellte…

We are totally fucked

Kata: Schreck aller Kulturredaktionen

Vom Schmecken des Geschmacklosen

kunstraum-reinart-finissage-9-10-2016Eine überaus gelungene Finissage war das, diesen Sonntag am späteren Nachmittag im Kunstraum Reinart in Neuhausen am Rheinfall, wo der Schriftsteller Max Rüdlinger nebst ein paar hevorragenden Kolumnen auch jene las, die er extra für diesen Abend verfasst hatte.
Titel: “Vom Schmecken des Geschmacklosen”.

© vitaltransformer-max-ruedlinger
In diesem brillanten Essay, ging er von dem, auf den ersten Blick her nichtssagenden, konstruierten Ausstellungstitel “Reichtum der Abwesenheit” aus, um dann gerade genau dort, in diesem Mitteilungsvakuum, dieser vermeintlichen Verweigerung einer Definition, eine befreiende Aussage zu verorten.
Die These ist eigentlich simpel…

Das kommende Ende wurde gefeiert